Kindertagesstätte St. Otto Ebersdorf

Konzeption

 

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Konzeption - ein Spiegelbild unserer Arbeit
2. Unser Kindergarten stellt sich vor
3. Profil unseres katholischen Kindergartens
4. Unser Team
5. Die Lebenssituation unserer Kinder und Eltern
6. Gesetzliche Bestimmungen
7. Ziele unserer pädagogischen Arbeit
8. Spielen und Lernen
9. Unser Tagesablauf in den unterschiedlichen Gruppen
10. Wie bereiten wir unsere Kinder besonders auf die Schule vor?
11. Wie gestalten wir unsere Übergänge?
12. Wir feiern die Feste, wie sie fallen
13. Die Elternarbeit
14. Qualitätssicherung
15. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen - Öffentlichkeitsarbeit
16. Was wir uns und unseren Kindern wünschen!
17. Fachbegriffe kurz erklärt!
18. Quellen

5. Die Lebenssituation unserer Kinder und Eltern

 

In unserer hektischen und schnelllebigen Zeit haben sich Lebensraum und Alltag in unserer Gesellschaft stark verändert. Alleinerziehende und Kleinfamilien ohne Familienverbund füllt es schwer, sich heutzutage zurechtzufinden. Viele Familien müssen ihren Erziehungsurlaub verkürzen, wodurch eine Kleinkindbetreuung notwendig wird. Ebenfalls über den Kindergarten hinaus brauchen viele Kinder berufstätiger Eltern nach der Schule und in den Ferien eine Betreuung.

Die Veränderung der Gesellschaft führte zur Überarbeitung des Lehrplans in der Schule und zur Entwicklung des neuen Bildungs- und Erziehungsplanes. In unserer Einrichtung öffneten wir unsere Altersstruktur. Wir nehmen deshalb jetzt Kinder ab 0,5 – 10 Jahre in unserem Kindergarten auf.

Aufgrund der mangelnden Verarbeitungsmöglichkeiten durch Reizüberflutung der Kinder (Fernsehen, Computer, Videospiele und zu viel Spielzeug) und mit der Einschränkung ihrer Handlungs- und Bewegungsmöglichkeiten (Stubenhocker, wenig Sport) kommt es in zunehmenden Ausmaß zu Störungen in der Wahrnehmungsverarbeitung und zu Verhaltensauffälligkeiten und Aggressivität.

Nicht selten haben Kinder viel zu viel Spielmaterial, weil einerseits das Kaufangebot verlockend scheint, aber auch die Eltern oftmals ihren Kindern zu wenig Zeit und Liebe entgegenbringen und dies mit materiellen Dingen auszugleichen versuchen.
Schon für Kinder im Kindergartenalter  nimmt auch das „Haben“  von manchen Konsumartikeln eine zu gewichtige Rolle gegenüber elementaren Verhältnissen ein.

Wir versuchen dem entgegenzuwirken:

  • Wir schränken die Anzahl der Spielsachen in der Gruppe ein.
  • Es wandern Lego-, Poly-, Sonussteine und Legeplatte in einem zweiwöchigen Rhythmus von Gruppe zu Gruppe. 
  • Auch durch den Tausch von Bauernhof und Puppenstube, Kaufladen und Kasperletheater, Puzzles und Würfelspielen soll den Kindern bewusst werden, dass nicht alle Spielmaterialien zur gleichen Zeit zur Verfügung stehen können und müssen.
  • Wir ermutigen und unterstützen unsere Kinder beim Spiel mit Alltagsmaterial (z.B. Papierrolle = Fernrohr, Stock = Mikroskop, Steine = Schätze, Decken, Kissen, Verkleidungskiste).
  • Für unsere Schulkinder und unserer Kleinkindgruppe haben wir ebenfalls altersspezifisches Spielmaterial.
  • Jede Gruppe hat einen kleinen Intensivraum als Rückzugsmöglichkeit für ungestörtes Spielen und konzentriertes Arbeiten.

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Eltern versuchen auf die eingeschränkten Spielmöglichkeiten zu reagieren, indem sie den Tagesrhythmus Ihrer Kinder durch Kurse neben der Kindergartenzeit strukturieren. Ihre Angst vor Gefahren, schon allein durch den Straßenverkehr, verhindert zum Teil, dass sich Kinder in der verbleibenden Zeit mit ihren Freunden treffen können. Dadurch ist die Entscheidungs- und Bewegungsmöglichkeit der Kinder stark eingeschränkt.

Wir versuchen dem entgegenzuwirken:

  • Wir legen großen Wert auf das „freie Spiel“ (siehe Punkt 8).
  • Die Kinder können sich in der Freispielzeit an der Werkbank ausprobieren.
  • Die Bewegung der Kinder nimmt in unserem Kindergarten einen großen Raum ein (Bewegungsecke, Bewegungsbaustelle, Flurbereich mit Rollbrettern, Gummitwist, Rollhockey, Hüpfbällen und Trampolinen)
  • Wir unterstützen das Bewegungsbedürfnis, indem wir so oft wie möglich ins Freie gehen (Spielplatz, Wald, Garten).

Sie machen dadurch Erfahrungen mit ihrem Körper, lernen sich selbst und ihre Grenzen einzuschätzen.
Die Kinder werden in ihren Bewegungen geschickter und selbstbewusster. Die Unfallgefahr wird geringer.

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Erfahrungen werden zunehmend aus zweiter Hand, nämlich aus dem übergroßen Angebot der Medien, gewonnen. Für viele Kinder erschließt sich eine Welt nicht mehr über eigene Aktivitäten. 

Wir versuchen dem entgegenzuwirken:

  • Wir ermöglichen den Kindern die direkte Erfahrung mit dem Körper und allen Sinnen, um sich aktiv mit der  Umwelt auseinander zu setzen.
  • Wir schaffen Situationen und gehen situativ auf die Bedürfnisse der Kinder ein ( Wir besuchen den Wald und den Garten, wir erleben die Elemente und unternehmen Exkursionen, z.B. zur Bäckerei, zur Feuerwehr, zur Gemeinde, zur Schulturnhalle....).

So machen unsere Kinder ihre Erfahrungen aus erster Hand und nicht aus dem Buch und Fernsehen.

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Eltern klagen aufgrund eigener Belastungen und intensiv gespürter Anforderungen immer mehr über Probleme und Schwierigkeiten. Diese lassen sich allerdings nicht einfach im Umgang mit den Kindern abstellen, sondern übertragen sich natürlich auf die Gefühlswelt der Kindern.
Durch die Idealisierung  der Familie in Medien und Fachliteratur fühlen sich viele Eltern aber auch verunsichert und alleingelassen. Sie trauen sich oftmals nicht, Ihre Probleme und Ängste offen auszusprechen.
Zunehmende Erwartungen von Eltern an ihre Kinder führen schließlich dazu, dass von vielen Kindern ein Lern-, Leistungs-, und Erwartungsdruck erlebt wird. Aus diesem können sie sich aufgrund ihrer Rolle nicht oder nur kaum entziehen.

Deshalb nimmt in unserer Kindertagesstätte die Elternarbeit einen breiten Rahmen ein. (siehe Punkt 13).

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